[Uni-Tipps] Zahlen über Zahlen – Was kostet das Studium im Monat?

Hallo Freakies,

na habt ihr die Reihe gut angefangen? Eingeschrieben sind wir jetzt, also wird es Zeit uns Gedanken über die anstehenden Kosten zu machen. Wenn ich eins sagen kann, das könnte lustig werden, denn es ist nicht unbedingt wenig, was auf einen zukommt. Eines vorweg: Ich weiß nicht, was Bücher bei Juristen, Medizinern etc. kosten, daher stelle ich an dieser Stelle eher eine Bilanz für Geisteswissenschaftler auf. Aber wenn unter euch Leser sind, die die Liste ergänzen können, wäre ich darüber sehr dankbar, denn umso genauer die Liste ist, desto hilfreicher ist sie für Erstis.

Dann legen wir mal los. Aber wo anfangen? Am Besten denken wir uns jetzt erstmal eine Person aus, die am 1. Oktober ihr Studium aufnimmt, damit wir ein griffiges Beispiel haben. Also ich darf also vorstellen:
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Das ist Melanie, 19 Jahre, die am 1. Oktober ihr Studium der Germanistik und Anglistik in Saarbrücken. Da sie bei ihren Eltern ausgezogen ist, hat sie sich zunächst ein WG Zimmer gesucht, aber irgendwie wollte keine ihr zusagen. Der Wurm war drin. Also bezog sie letztlich eine gemütliche 25 Quadratmeter Wohnung in einem Stadtteil in der Innenstadt. Auch ihren Hobbies geht sie weiterhin in der Stadt nach. Sie liebt Sport, geht gerne mit Freunden weg und liebt Kinoabende. Ihre Eltern leben in Frankfurt, um sie zu sehen, fährt Melanie jedes zweite bis dritte Wochenende mit der Bahn nach Hause. Falls ihr noch Fragen zu ihr habt, stellt sie einfach. Ich beantworte sie alle.

Da wir jetzt unsere Melanie kennen, wollen wir mal schauen wofür Kosten anfallen und wie hoch diese im Schnitt sind. Addiert wird dann am Ende. Falls nicht anders angegeben sind die Preise monatlich:

Wohnung
Miete: 206 Euro kalt
Nebenkosten (ohne Strom): 80 Euro Wasser, Heizung, sonstige Betriebskosten
Energieversorger (Strom): 35,80 Euro (monatlich kündbar)
Telefon + Internet + Fernseher: 34,99 Euro

Versicherungen
Krankenversicherung: 66,38 Euro
Pflegeversicherung: 15,52 Euro
Ich empfehle, falls ihr keinen Nebenjob antretet, familienversichert zu bleiben, solange dies möglich ist, denn das kostet euch keinen Cent. Genauere Informationen dazu gibts bei eurer Krankenversicherung, die gerne und meist freundlich beraten.
Haftpflichtversicherung (jährlich): 47,74 Euro

Ausgaben Uni
Kopieren: 5 Euro
Semesterbeitrag (alle 6 Monate): 203 Euro
Bücher (meist 1x pro Semester): 100 Euro

Freizeitausgaben
Lebensmittel: 100 Euro
Klamotten: 50 Euro
Bahnfahrten (alle 2 Wochen): 30,70 Euro
sonstiges (Kino, essen gehen, etc.): 50 Euro
Handyvertrag: 19,99 Euro

Ich hoffe, ich habe keinen Punkt von Melanies Ausgaben vergessen, denn es wird sich da schon einiges summieren. Dann rechnen wir das ganze mal aus:

206
+ 80
+ 35,80
+ 34,99
+ 66,38
+ 15,52
+ 3,98
+ 5
+ 33,83
+ 16,66
+ 100
+ 50
+ 61,40
+ 50
+ 19,99


779,55 Euro / Monat

Wenn man bedenkt, dass hier keine Kosmetik in die Rechnung eingegangen ist, weil die Rechnung unisex sein soll, ist das trotzdem eine stolze Summe. Die Tage werdet ihr nämlich mehr zu BAföG erfahren und da liegt der Höchstsatz bei 670 Euro. Das macht ein monatliches Minus von 109,57 Euro. Bei einem 450 Euro Job, den Studenten annehmen, wenn sie kein BAföG bekommen, ist das Minus noch viel dicker. Schlimmer wird es dann in Städten, wo die Miete wesentlich höher ist. Saarbrücken ist da noch relativ günstig im Vergleich zu Frankfurt, München, Hamburg etc. Oft ist daher die Unterstützung der Eltern notwendig. Aber wie man das Studium trotzdem noch finanzieren kann, wenn es die Eltern nicht so dicke haben, erfahrt ihr in den nächsten beiden Teilen der Reihe „Uni-Tipps“.

Ich hoffe, ich konnte euch die monatliche Kalkulation etwas näher bringen und würde mich freuen, wenn sich noch Medizinstudenten etc. zu Wortmelden bzgl. deren Kosten für Bücher etc., da diese mit 100 Euro pro Semester vermutlich zu gering gerechnet sind.

Liebe Grüße
Jess

PS: Die Person im Text ist frei erfunden. Sämtliche Parallelen und Ähnlichkeiten zu real existierenden Personen ist reiner Zufall.

Bildquellen: pixelio/Helene Souza & pixelio/Thorben Wengert

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