[Blogparade] Es ist nicht alles Gold, was glänzt …

1/4 Jahr, drei Monate, zwölf Wochen, 84 Tage, … so lange dauerte meine Blogpause. Eine Zeit, die ich nicht nur zum Abstand gewinnen nutzen konnte, sondern auch um das Bloggen von einer anderen Seite zu sehen. Der Leserseite. Doch ich merkte, dass ich wieder beides sein wollte: Blogger und Leser. Wie ich diese Zeit verbracht habe, was ich gelernt habe und warum ich einfach nicht ohne meinen Blog kann, will ich euch in diesem Beitrag näher bringen.

2006 hat es angefangen. In diesem Jahr wurde ich angesteckt mit dem Bloggingfieber. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich für mich ein Hobby gefunden habe, das mich erfüllt und mit dem ich auch Erfahrungen für meinen späteren Traumberuf sammeln konnte. Vor 10 Monaten habe ich euch ja bereits einmal genauer erzählt, wie ich zum Blogging kam. Daher möchte ich an dieser Stelle nicht erneut ausholen. Seit diesem Zeitpunkt verging kein einziges Jahr, in dem ich nicht gebloggt habe, doch immer wieder kam ich an den Punkt, an dem ich mich fragte: „Was willst du eigentlich? Wohin willst du eigentlich mit deinem Blog?“

Genau diese Fragen stellte ich mir die letzten Monaten immer und immer wieder. Natürlich kratzt das relativ schnell am Ego, wenn man dann beginnt andere Blogs zu lesen, die sehr erfolgreich sind und augenscheinlich genau das erreichen, wohin man selbst möchte. Da ist die Bloggerin, die durch die Weltgeschichte reist und bekannter ist als mancher Musikkünstler. Oder der Blogger, der immer die neuste Technik direkt vom Hersteller bekommt und davon leben kann. Natürlich vergleichen sich Blogger untereinander. Ich vermute niemand kann von sich sagen: „Ich interessiere mich nicht für den Erfolg der anderen!“ Falls doch, werfe er den ersten Stein.

Doch mit dem Vergleich kamen bei mir die Selbstzweifel: „Ist das wirklich das, was ich will?“ – Will ich wirklich ständig neue Kooperationen, mit denen ich Geld verdienen könnte? Natürlich ist ein bisschen mehr Geld auf dem Konto etwas nettes. Doch ich will das nicht. Ich will auf meinem Blog tun und lassen, was ich will und nicht, was Firmen von mir wollen. Wenn ich ein Angebot bekomme, werde ich in Zukunft genauer schauen, ob ich es annehme oder nicht. Wenn eine Kooperation kommen sollte, dann nur, wenn ich mir hundertprozentig sicher bin, dass ich meine Meinung niederschreibe und mich nicht gezwungen fühle, positiver zu schreiben, nur weil ich das Produkt bekommen habe zum Testen.

Auf meinem Blog möchte ich euch Themen näher bringen, die mir wichtig sind. Jeder Blogbeitrag, den ich poste, ist mir sehr wichtig und spiegelt meine Interessen wider und nicht, was andere denken. Daher sind meine Beiträge vielleicht nicht immer perfekt. Aber dazu habe ich mich bereits bei einer anderen Blogparade ausgelassen. Doch genau dieser Punkt fiel mir vor meiner Pause sehr schwer. Ich wusste nicht mehr, wo ich stehe und ob es so weiter gehen kann. Daher habe ich die Pause auch genutzt, um wieder Ideen zu finden, die ich umsetzen kann und will. Denn ich hätte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn ich gebloggt hätte um des Bloggens Willen – nur weil etwas kommen muss. Das geht nicht und das wäre nicht ich. Daher habe ich Respekt vor allen Bloggern, die es schaffen täglich zu bloggen, ohne dass ihnen die Idee ausgehen. Auch wenn es sicherlich einige Negativbeispiele gibt.

Alles in allem konnte ich die Blogpause zur Selbstfindung nutzen und habe gemerkt, dass es einfach nicht immer geht und dass man sich die Pause nehmen muss, wenn man sie braucht!

Wie steht ihr dazu? Welche negativen Erfahrungen habt ihr schon mit dem Bloggen erlebt?

Die anderen Teilnehmerinnen der Blogparade:

  1. Oktober: Marisa
  2. Oktober: ich
  3. Oktober: Anja
  4. Oktober: Steffi

Liebe Grüße
Jess

Du magst vielleicht auch

3 Kommentare

  1. Hi Jess,

    diese Zweifel kenne ich. Und ich schüttele manchmal den Kopf darüber, auf welch hohes Ross sich Menschen begeben, die eine Website ihr Eigen nennen. Was da an Arroganz und Selbstverliebtheit herrscht, ist grausam. Denn im Endeffekt teilen wir alles eins: die Liebe zu Büchern.
    LG Denise

  2. Hallo Jess,

    ich finde es sehr gut, dass du dir eine Pause vom Bloggen gegönnt hast, als du eine brauchtest. Ich kenne das, mir gehen auch gerne mal die Ideen aus. Mein Blog ist ja noch ziemlich jungfräulich und ich habe auch noch keine breite Leserschaft. Aber ich mache trotzdem weiter, eben weil es mir Spaß macht und ich mich durch meinen Blog wunderbar ausdrücken kann. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen und genau deshalb werde ich auch weitermachen – auch wenn ich weiß, dass meine Beiträge nur von wenigen Leuten gelesen werden. Ich denke, der Punkt ist, dass man nicht aufgeben darf. Jeder Blogger hat mal klein angefangen.

    Liebste Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017
    wünscht dir
    Emma

Kommentar verfassen