Autorenquickie

Autorenquickie mit Diana P. Lavender

Diana P. Lavender veröffentlicht heute ihren ersten Roman “Ausgerechnet Alabama”. Ich bin in den Genuss gekommen, die Geschichte im Voraus zu lesen und ihr ein paar Fragen im Rahmen des Autorenquickies zu stellen. Sie erzählt unter anderem, wie sie früher die Models aus dem Quellekatalog als Charaktere zu ihren Geschichten geklebt hat.

Diana P. LavenderStell dich doch bitte kurz vor. Mein Name ist Diana P. Lavender, ich bin Jahrgang 1975, bin verheiratet und habe 2 Kinder. Einen 14-jährigen Sohn und eine 5-jährige Tochter.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich habe mir bereits als kleines Kind immer Geschichten ausgedacht. Irgendwann mit 9 Jahren habe ich in einer Ferienfreizeit in Österreich mir meine erste Liebesgeschichte ausgedacht, die von einem 14-jährigen Vampir und einem Menschenmädchen handelte. Die Charaktere habe ich in mein Tagebuch geschrieben. Damals gab es noch den Quelle Katalog, wo ich dann die Models ausgeschnitten habe und bei jedem Charakter daneben geklebt habe :) Als ich dann eine Teenagerin wurde, habe ich mir kleine Liebesgeschichten und Gedichte ausgedacht, die ich in einem Notizbuch aufgeschrieben habe. Leider existiert das Buch nicht mehr, da es bei einem Umzug verloren gegangen ist.

Welche Schreibrituale hast du?

Als ich meinen Roman „Ausgerechnet Alabama“ geschrieben habe, hatte ich keine wirklich festen Schreibzeiten. Ich kenne viele Autorenkollegen, die schreiben gerne früh morgens. Direkt nach dem Aufstehen. Doch das ging bei mir nicht. Ich habe 2 Kinder, die betreut werden mussten. Also habe ich die meiste Zeit abends ab 19 Uhr geschrieben bis spät in die Nacht. Das war dann auch mal bis 3 Uhr Nachts. Und natürlich gab es während der Schreibphase keinen freien Samstag oder Sonntag für mich. Denn das Wochenende wurde von mir genutzt, um möglichst viel schreiben zu können. Aber es gab auch Tage, da konnte ich, weil meine kleine Tochter krank war, fast gar nicht schreiben. Die verlorene Zeit habe ich dann immer am Wochenende wieder mehr geschrieben.

Was machst du bei Rückschlägen (Schreibblockaden, Ablehnungen etc.)?

Ich muss sagen, so eine richtige Schreibblockade hatte ich zum Glück nicht. Einen kleinen Tiefpunkt hatte ich, als es daran ging, meine Rohfassung Testlesern zu schicken. Da musste ich erst mal schlucken bei der ersten Kritik. Das war ich ja bislang nicht gewohnt. Ich habe dann erstmal eine Tüte Gummibärchen verdrückt und mich selbst bemitleidet, was natürlich im Nachhinein völliger Quatsch war :) Aber meine Lektorin hat mich dann aufgebaut und mir erklärt, dass diese Kritik hilfreicher ist, als wenn jeder sagt wie toll meine Geschichte sei. Und sie hat Recht behalten. Ich bin an der Kritik gewachsen und habe dann die Ratschläge der Testleser auch umgesetzt. Die Gummibärchen habe ich trotzdem weiter während der Schreibphase gegessen :)

Wie bist du zu deinem Verlag gekommen?

Ich habe keinen Verlag gefunden. Erst gegen Ende, als Lektorat, Cover, Korrektorat und Buchsatz gemacht war und ich alles selber finanziert hatte, hat ein seriöser Verlag bei mir angefragt. Aber ich musste ihr Angebot ablehnen, da die Bedingungen leider nicht gepasst haben.

Welche Schreibtipps hast du für Neulinge?
Ich selber habe ja schon immer sehr viel gelesen. Das war auch in der Schreibphase so. Das würde ich jedem Schreibanfänger ans Herz legen. Und ich habe egal wie versucht, jeden Tag zu schreiben. Das ist enorm wichtig, um dranzubleiben. Wenn man mal ein paar Tage nicht geschrieben hat, ist es nämlich ziemlich schwer, wieder in die Geschichte hineinzukommen.

Was ist dir bei deinen Geschichten wichtig?

Bei „Ausgerechnet Alabama“ war es mir unter anderem wichtig, dass der Leser am Ende nicht nur eine seichte Liebesgeschichte zu lesen bekommt. Ich wollte, dass die Menschen die mein Buch kaufen und lesen, auch etwas von der spannenden und auch traurigen was die damalige Sklaverei angeht, Geschichte der Südstaaten erfährt. Was mir noch wichtig war, ist, dass meine Geschichte Emotionen verschiedener Art beim Lesen erzeugt. Lachen, Weinen, Lust, Abscheu. Ich wollte anhand meiner Wörter, Bilder im Kopf des Lesers entstehen lassen. Gerade bei den Themen Rassenhass, Konflikte zwischen Schwarzen und der Polizei in den USA, die ich im Buch zur Sprache bringe, wollte ich zum Nachdenken anregen.

Mit welchem deiner Charaktere würdest du gerne mal den Tag verbringen und wieso?

Als Autorin der Geschichte, würde ich gerne mit allen meiner Protagonisten einmal den Tag gemeinsam bei einem Picknick an einem schönen See verbringen. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, was wirklich schwerfällt, würde ich wohl Susan nehmen. Wir haben nämlich eine Menge gemeinsam. Sie ist genau wie ich christlich erzogen worden, liebt Innenarchitektur, ist respektvoll und freundlich anderen Menschen gegenüber und sie ist genau wie ich sehr gutmütig. Sicher hätten wir tolle Gespräche an diesem Tag.

Danke für das Interview, Diana.

Alle bisher erschienen Interviews findet ihr hier: Autorenquickie

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