[winterliches Bloggerallerlei] Türchen 14 – Weihnachten weltweit: Schweden

Hallo liebe Freakies,
tut mir leid, dass mein heutiges Türchen so spät kommt, aber ich hatte einige Probleme mit meinem Handy, wie ihr schon auf Facebook lesen konntet. Dafür habe ich heute etwas ganz tolles für euch. Letztes Jahr habe ich euch ja von der russischen Weihnacht erzählt. Dieses Jahr wird es schwedisch und vorweihnachtlich.
In Schweden feiert man jedes Jahr am 13. Dezember das Luciafest. Um ehrlich zu sein, haben die Schweden, die passende Heilige samt Fest von den Italienern geklaut … aber pssst ;) Lucia ist die Lichtbringerin in der Mythologie, deswegen auch die Kerzen. In Schweden ist der 13. Dezember der kürzeste Tag im Jahr. (Fun Fact: In Büros haben die Schweden im Winter Tageslichtlampen, weil es teilweise nur 2-3 Stunden Sonnenlicht am Tag gibt. So sollen Depressionen verhindert werden.)

Daher soll die heilige Lucia an diesem Tag Licht in die Häuser bringen. Das Fest wird überall gefeiert … Schule, Büro, Banken, Post, egal, wo man am 13.12. hinkommt, Lucia ist da. Um sie erzählen sich die Schweden viele Geschichten. Aber alle kommen zu dem Punkt, dass sie von Gott immer wieder aus gefährlichen Situationen gerettet worden war. Wobei unsere Schwedischdozentin uns heute folgende Geschichte erzählt hat, die bei den Wikingern sehr beliebt war: Lucia hatte ihr Mitgift an die Armen versprochen und das Keuschheitsgelübde abgelegt. Ihr heidnischer Zukünftiger war darüber so erbost, dass er sie anzeigte. Sie sollte zur Prostitution gezwungen werden, weigerte sich jedoch. Also wurde sie zum Tode verurteilt. Diverse Vollstreckungen scheiterten, man hatte ihr sogar die Augen entnommen bis sie auf den Scheiterhaufen gebracht wurde. Dort brachte sie dann das Licht und starb den Märtyrertod.
Lucia_processionDie Schweden haben schon brutale Geschichten, wenn ihr mich fragt. Seit dem wird angeblich das Luciafest zu ihrer Ehren gefeiert. Viele Kinder verkleiden sich als Lucia, ihre Begleiter (stjärngosse – Sternenjunge, tärna – Jungfrau) und die Gottheit Odin, der zum Wichtel (tomtar) wurde, um ihre Eltern morgens mit einem typischen Frühstück zu überraschen. Es besteht übrigens aus schwedischem Glüchwein (Glögg), Pfefferkuchen (pepparkakor) und Lucia-Brot (lussekatter). Lucia trägt seit dem 18. Jahrhundert ein weißes Gewand als Zeichen der Unschuld, ein rotes Seidentuch, das für ihr Blut steht, das sie vergossen hat und einen Kranz aus Zweigen mit Kerzen drauf. In Deutschland sollte man einen Lucia-Zug durch die Straßen jedoch anmelden bei der Polizei, sonst wird einem genau diese schnell mal auf den Hals gehetzt, da das Kostüm der stjärngosse sehr an die Kostümierung des Ku-Klux-Klans aus den USA erinnert.
Doch damit nicht genug veranstalten die Schweden auch jedes Jahr ein großes „Lucia Casting“ – quasi „Schweden sucht die Super-Lucia“ ;) Die schönste Frau mit der schönsten Gesangsstimme wird dann für diesen Tag Schwedens Vorzeige-Lucia. Sie vertritt das Land sogar im Ausland.
Wie ihr seht, steht ganz Schweden in dieser Zeit Kopf. Habt ihr schon mal das Luciafest in Schweden miterlebt? Oder andere ähnliche vorweihnachtliche Feste?

Das war mein letzter Beitrag in diesem Adventskalender. Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Beiträgen erheitern.

Liebe Grüße
Jess

Bildquellen: Lucia-Prozession: „Lucia procession“ von Fredrik Magnusson – Lucia. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lucia_procession.jpg#/media/File:Lucia_procession.jpg
Schwedenflagge: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de





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2 Kommentare

  1. Da bist du aber voll im Schweden Fieber :-)
    Die Lucia Aktion klingt – trotz gruseliger Geschichte – an sich nach einer coolen Sache.
    Wenn ich dieses Fest mal miterleben sollte, werde ich an dich denken.
    viele Grüße
    Emma

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