Sprachen und ich – ein Traumpaar?

Vor einer Woche habe ich euch erklärt, warum Mathe und ich nicht so ganz zusammen passen. Heute soll es um eine Leidenschaft gehen: Sprachen. Ihr wisst sicher selbst, dass ich total verrückt nach Sprachen bin. Einige sogar gelernt habe. Mehr oder weniger auch noch spreche.

Meine Geschichte der Sprache

Ich habe sehr früh gemerkt, dass ich eine Leidenschaft für Sprachen entwickele. In der Grundschule haben mir die lateinischen Ausdrücke im Deutschunterricht keine Probleme bereitet. Im Französischunterricht in der vierten Klasse war ich eine der Besten. Irgendwie musste das ja einen Grund haben. Auf der weiterführenden Schule habe ich mich dann neben Englisch für Französisch entschieden, während meine Freundinnen in Wahlpflichfachunterricht wie technisches Zeichnen, Kochen, oder ähnliches gegangen sind. Ich wollte immer Sprachen machen. Auch in der Oberstufe: Während andere Chemie als weitere Naturwissenschaft gemacht haben oder Informatik, habe ich mich für Latein entschieden. Tote Sprache? Mir egal! In der 10. Klasse war ich bei meinem damaligen Rekord von drei Sprachen nebeneinander lernen. Das war nicht einfach. Aber da es drei Sprachen waren, die sich ähnlich waren ging es: Englisch, Französisch und Spanisch sind ja schließlich verwandt. Spanisch hab ich übrigens nie in der Schule gelernt sondern in einem Kurs der Volkshochschule. Das heißt nach dem Unterricht in der Schule (meist sechs Stunden) ging es abends noch zum Spanischkurs für 1 1/2 Stunden einmal in der Woche. In der Uni ließ diese Leidenschaft nie nach. In Mainz bin ich ihr jedoch eigentlich kaum nachgekommen. Zwar habe ich einen Französischkurs ein Semester lang belegt, aber eher um eine Klausur zu bestehen. Daher sind sowohl mein Englisch als auch mein Französisch schlechter geworden. Als ich nach Saarbrücken kam, war es wieder soweit. Meine Leidenschaft kam zurück. Es fing an mit meinem Nebenfach Slavische Kulturen. Ich musste einen Sprachkurs belegen. Meine Wahl fiel auf Russisch. Neue Sprache neues Glück. Doch damit nicht genug. Durch die Serie Switched at Birth habe ich Interesse an Gebärdensprache entwickelt. Also habe ich einen Kurs in Deutscher Gebärdensprache belegt und versuche bis heute mich darin weiterzuentwickeln. Daneben habe ich in der Uni einen Schwedisch- und einen Spanischkurs belegt. Damit habe ich in einem Semester vier Sprachen parallel gelernt. Das war nicht einfach. Aber es hat mir Spaß gemacht.

Welche Sprachen spreche ich? Und welches Level habe ich?

In Europa gibt es den sogenannten Europäischen Referenzrahmen. Anhand dessen möchte ich euch verdeutlichen, auf welchem Niveau ich die Sprachen spreche zumal ich für ein paar meiner Sprachen auch Zertifikate habe und daher weiß, auf welchem Niveau ich mich befinde.

Englisch habe ich von der 5. bis zur 13. Klasse gelernt ohne Pause. Seitdem habe ich immer wieder versucht mir mehr anzueignen. Mittlerweile lese ich englische Bücher und schaue Serien sowie Filme im Original. Außerdem ist Englisch für mich auch Fachsprache. Viele Text der Literaturwissenschaft sind in englischer Sprache verfasst. Ich arbeite stets daran mich auch in diesem Gebiet weiterzuentwickeln. Im Alltag komme ich mit meinem Englisch sehr gut zurecht. Vor ein oder zwei Jahren, muss ich sagen, war mein Englisch nicht mehr so gut, wie es einmal war, aber seit einer Weile wird es wieder besser. Ich vermute, es liegt daran, dass ich wieder vermehrt auf das Original als die Synchronisation zurückgreife. Für Englisch habe ich kein Zertifikat. Aber ich denke, das Niveau B2 dürfte es sein. Wenn ich mein fachsprachliches Englisch verbessere, könnte es auch C1 werden.

Französisch war meine zweite Fremdsprache von der 7. bis zur 10. Klasse. Danach war für mich Schluss. Mittlerweile bereue ich diesen Entschluss, weil ich merke, wie schlecht mein Französisch geworden ist. In der Uni habe ich zwar einen B1 Kurs belegt, aber ich bin nicht sicher, ob ich mich auf diesem Niveau befinde. Ich tendiere eher dazu mich als A2 einzustufen, wobei ich sagen muss, ich verstehe mehr als ich sprechen kann. Also ist es eher ein A2 bis B1 – irgendwo dazwischen. Vielleicht könnte man sagen Sprechen A2 Verstehen B1. Das drückt es wohl am Besten aus.

Spanisch ist wohl meine Lieblingssprache zusammen mit Englisch. Keine Ahnung warum, aber ich spreche und höre es sehr gerne. Auch wenn es nur selten vorkommt. Zertifiziert habe ich A1, habe aber auch den A2 Kurs gemacht und würde mich auch eher als A2 einstufen. Leider hat es für die Prüfung nicht gereicht, weil ich einfach einen schlechten Tag bei der schriftlichen Prüfung erwischt hatte und sie vermasselt habe, denn mündlich hatte ich bestanden. Dumm gelaufen. Aber ich weiß, was ich eigentlich kann, von daher bin ich sicher, dass A2 mein Niveau ist.

Russisch war wohl der beste Zufall, was Sprachen angeht. Durch die Uni musste ich eine slavische Sprache lernen und habe mich für Russisch entschieden. Es war nicht einfach, aber ich habe immer mein Bestes gegeben. Aber am Ende muss ich sagen, leider vergisst man wieder recht schnell, daher ist aus meinem A2, dass ich mal hatte wieder eher ein A1 geworden. Ich hoffe, dass ich bald wieder die Chance habe mehr russische Sprache zu hören und vielleicht zu sprechen, sonst werde ich bald alles wieder vergessen haben und das wäre sehr schade, weil es eigentlich eine schöne Sprache ist.

Zu Schwedisch kam ich auch eher wie die Jungfrau zum Kinde. Eigentlich wollten eine Kommilitonin und ich Dänisch machen, aber dank Sparzwang mussten wir umsteigen. Aber wir haben es nicht bereut. Wir hatten eine tolle Lehrerin und haben in einem Semester viel gelernt. Ich hätte nach dem A1 Kurs auch gerne A2 gemacht, aber leider hatte ich keine Zeit mehr. Daher bin ich auf dem A1 Niveau geblieben. Einen Satz werde ich auch nie wieder vergessen: „Jag talar lite svenska!“ Viel Spaß beim Übersetzen.

Zu guter Letzt Deutsche Gebärdensprache. Diese Sprache verfolgt mich durch den Alltag, denn sie ist eine sehr intuitive Sprache. Wir sprechen alle mehr davon, als wir denken. Während ich im Auto unterwegs bin oder so und dabei Musik höre, erwische ich mich immer wieder wie ich Lieder mitgebärde. Auch im Alltag verfalle ich öfter in die Gebärdensprache. Wenn ich zum Beispiel gerade nicht reden kann, versuche ich zu gebärden. Aber schnell fällt mir auf, dass mein Gegenüber dieser Sprache ja gar nicht mächtig ist. Mein Freund versteht zum Beispiel mittlerweile: „Danke!“ Das erleichtert das sehr. Auch in der Deutschen Gebärdensprache würde ich mich zwischen A1 und A2 ansiedeln.

Latein habe ich bewusst außen vor gelassen, weil man diese Sprache nicht spricht, sondern nur liest und ich mich daher nicht richtig einordnen kann.

Welche Sprachen stehen auf meiner Wunschliste?

Es gibt so viele Sprachen auf dieser Welt, die ich noch lernen könnte, doch derzeit stehen eigentlich nur wenige Sprachen davon auf meiner Liste der Sprachen, die ich gerne lernen würde. Was zum Beispiel bisher noch absolut fehlt ist Japanisch oder Chinesisch, denn diese Sprachen werden in Zukunft immer wichtiger.
Doch neben der Zukunftsperspektive würde ich auch gerne weitere europäische Sprachen lernen. Italienisch steht dabei ganz vorne. Wobei ich auch gerne mein Französisch wieder aufbessern würde. Aber auch Schwedisch würde ich gerne wieder aufnehmen. Himmel so viele Sprachen so wenig Zeit.

Welche Sprachen sprecht ihr? Welche möchtet ihr lernen?

Liebe Grüße
Jess

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