[Rezension] Lea Korte – Die Maurin

Achtung Spoiler!!

Die Maurin
Die Maurin
Lea Korte
Droemer/Knaur 2010-02-01 Broschiert 663 Seiten

Andalusien im 15. Jahrhundert: Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe – Kämpfe, die auf das Leben der jungen Zahra nicht unberührt lassen. Als Hofdame und enge Vertraute Aischas, der Hauptfrau des Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel aus Intrigen und rücksichtslosen Machtkämpfen. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Kastilier Gonzalo – eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt.

Meine Meinung
Anfangs war ich sehr skeptisch, weil es ein historischer Roman noch nie zuvor in meine Büchersammlung geschafft hatte, doch nach einigen Kapiteln war meine Skepsis verflogen. Die Angst, dass der Roman in einem alten Deutsch geschrieben ist, war verschwunden, denn Lea Korte schreibt die Geschichte in einer sehr verständlichen Sprache, die man sehr gut mitverfolgen kann. Sie erinnert absolut nicht an diese Zeit. Im Gegenteil: Daher passt sie auch gut zu der mordernen Frauengestalt in Form von Zahra, denn die junge Frau passt nicht ins Bild der typischen, mittelalterlichen Muslima. Sie ist in gewisserweise rebellisch und dennoch sich ihres Glaubens sehr bewusst und fühlt sich diesem sehr verbunden. Jeder ihrer Schritte wird hinterfragt und abgewägt, ob Allah es gut heißen würde. Auch ihre Schwester Hayat fügt sich in dieses Bild. Nachdem sie sich in den christlichen Sklaven Miguel verliebt, flüchtet sie mit ihm, weil sie mit ihren Mann in Fes nicht glücklich ist.

Allgemein wurden die Frauen sehr schlecht behandelt zu dieser Zeit bei den Mauren. Sie wurden geschlagen und vergewaltigt. Die Männer durften auch mehrere Frauen haben, doch damals zählte noch nicht, dass sie alle Frauen gleich behandeln mussten. An Aischas und Zainabs Beispiel ist zu sehen, wie schlecht eine Frau behandelt wurde. Aischa wurde von ihrem Mann Hassan in einen Turm gesperrt, während er mit seiner christlichen Zweitfrau im Palast lebt. Zainab wird von Ibrahim kaum noch aus dem Haus gelassen. Sie kann sich lediglich wegschleichen, um so ihrer Schwester Zahra und deren Mann Jaime sowie den Kindern zu helfen. Heute wurde man diese Behandlung der Frauen als menschenunwürdig oder sogar menschenverachtend bezeichnen.

Ich könnte noch ewig über den Inhalt schreiben und interpretieren, aber ich möchte niemandem etwas vorweg nehmen, der das Werk noch nicht gelesen hat, aber es noch tun wird. Deswegen möchte ich nun etwas allgemeiner werden.
Es gibt sehr viele kleine Lesehilfen, die Lea Korte bereitstellt. Zum einen zwei Stammbäume sowie ein Glossar am Ende des Romans und zum anderen eine Landkarte auf ihrer Homepage. Für den Leser ist das eine Erleichterung, denn ansonsten würde man bei den Personenkonstellationen verwirrt werden, was mir anfangs passiert ist, weil ich nicht auf die Stammbäume gesehen hatte.
Was noch hervorgehoben werden sollte, sind die Beschreibungen. Die Autorin beschreibt sehr gut und doch nicht langatmig. Vorallem die Kampfszenen sind sehr spannend umschrieben und laden zum Weiterlesen ein. Gerade das Ende der Geschichte um Zahra habe ich einfach verschlungen und so 200 Seiten ab Stück gelesen. Normalerweise lese ich meist nur 100 Seiten oder 150.

Fazit
Die Geschichte um Zahra und ihre Familie lädt zum Leben ein und ist ein echter Pageturner. Lea Korte schafft es daneben dem Leser die spanische Geschichte und die Kultur des Islam näher zu bringen. Mein Interesse an diesen Themen wurde sehr geweckt und ich werde mehr Geschichten aus dieser Zeit lesen

Bewertung

Mein Dank geht an Lea Korte sowie an die Verlagsgruppe Droemer-Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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