[Produkttest] Flyleaf – Between the stars (Special Edition)

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Hallo Musik-Freakies,

lange mussten die Fans warten. Fast drei Jahre sind seit dem letzten Album „New Horizons“ vergangen. Flyleaf hat die Fans ein wenig hoffen und bangen lassen, nicht zuletzt weil nach „New Horizons“ die Frontsängerin Lacey Sturm die Band aus privaten Gründen verlassen hatte und ihr Platz Kristen May eingenommen wurde. Schon dieser Fact machte das Warten noch spannender, schließlich wollte jeder wissen, wie Kristen sich schlägt als Nachfolgerin der stimmgewaltigen Lacey, denn die neue Frontfrau musste in große Fußstapfen treten, da Lacey eine sehr kräftige Stimme hat und gut und gerne auch kraftvolle Schreie in den Songs von sich geben konnte. Eines sei vorweg gesagt: Kristen schlägt sich nicht schlecht – obwohl es das Gerücht gibt, dass Neubesetzungen nicht an die Vorgänger herankommen (Bsp: Nightwish). Ich habe für euch in das neue Album hineingehört.

Das Cover zeigt ein surreales Bild. Vor dem Sternenhimmel sitzt eine Frau auf einer Platte, die aussieht, als besteht sie aus Wasser. Jedoch hat die Frau statt eines Kopfes lediglich Tulpen. Die Darstellung zeigt den Wechsel in der Band. Die Albencover der vorherigen Alben waren weniger surreal. Ein sehr gelungener Schnitt.

Doch jetzt wird es Zeit für Musik. Das Album beginnt wie schon „New Horizons“ mit einem „Fire“-Song. „Set me on fire“ hat nicht die Power wie „Fire Fire“, aber geht dennoch direkt ins Ohr. Kristen May beweist damit direkt, was die Fans von ihr zu erwarten haben und dass sie ihrer Vorgängerin durchaus das Wasser reichen kann. Mit „Magnetic“ und „Traitor“ folgen daraufhin direkt zwei weitere kraftvolle Songs, die wie schon „Set me on fire“ das Potenzial haben Singleauskopplungen zu werden. „Traitor“ überzeugt vorallem mit seinem Text, denn es geht, wie der Titel schon verrät, um Verräter und das Aussortieren von Menschen, die man im Leben einfach nicht braucht, weil sie falsch sind. „Platonic“ klingt für Fans etwas fremdlich, da es sich nicht nach Flyleaf anhört. Das soll nicht bedeuten, dass der Song schlecht ist. Er ist einfach nur etwas Neues, an das sich Flyleaf-Anhänger gewöhnen müssen. Mit „Head underwater“ folgt eine etwas ruhigere Ballade, der sich dann mit „Sober Serenade“ wieder ein kleines Highlight anschließt.
Mit „Thread“ folgt wieder ein weiterer starker Song, dem sich „Marionette“ anschließt. „Marionette“ verspielt leider ein wenig sein Potenzial. Es geht darum, dass sich das erzählende Ich von den Fäden des Puppenspielers befreien will und endlich frei sein will. Es will sich nicht mehr von jemandem kontrollieren lassen. Der Hörer erwartet bei einem solchen Text Kraft, die Kristen an dieser Stelle nicht liefert. Der Song klingt mehr wie eine Mischung aus Popsong und „wir wollten was rockiges machen“. Hier fehlt die stimmgewaltige Lacey dann doch ein wenig, denn bei „Marionette“ erwartet der Flyleaf-Liebhaber ihre Schreie. Auch „Well of lies“ ist wieder ein kraftvoller Song, an den sich „City Kids“ anschließt, der von Erinnerungen an die Vergangenheit handelt. In diesem Song hört man zum ersten Mal auf dem Album einen langersehnten Schrei. Jedoch wird für die Hörer nicht klar, ob er von Kristen ist, was anzuzweifeln ist, da er sich eher männlich anhört. Es folgt die rockige Nummer „Blue roses“ und im Anschluss „Home“. Letztere ist ein etwas schnelleres Lied und zu Beginn wirkt es, als würde Kristen May den Text eher herunterleiern. Mit „Home“ endet der offizielle Teil des Albums.
Die folgenden Songs sind lediglich auf der Special Editon (iTunes) zu finden, was sehr schade ist, denn der erste zusätzliche Song „Avalanche“ überzeugt mit Power genauso wie „Ship of fools“ und der Demosong „Tied to the broken“. Die Live Version von City Kids ist auch gut, jedoch wird nicht klar, wo sie aufgenommen wurde, denn leider klingt sie nicht wirklich live sondern eher nach Studio. „The wedding“ ist wieder etwas ruhiger, aber dennoch überzeugend.

Alles in allem ist „Between the stars“ ein gelungenes neues Album von Flyleaf. Sicherlich ist es für die Fans ungewohnt ohne Lacey, aber als schlecht kann man Kristen auf keinen Fall betiteln, auch wenn ihre „Oh“ „woh“ und „ah“ auf Dauer ein wenig nerven, weil sie quasi in jedem Song auftauchen, an Stellen, bei denen Lacey eher mit kräftigen Gesangseinlagen geglänzt hätte. Somit gilt: Fans gewöhnt euch an Kristen. Sie macht ihre Sache gut. Flyleaf-Einsteiger sollten sich darüber bewusst sein, dass es kein Debütalbum ist – höchstens für Kristen. Als Neuling sollte man auch die alten Alben hören. „Between the stars“ ist als Debüt der neuen Frontfrau ein guter Erstling. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Band wieder steigern kann mit der nächsten Platte.

Liebe Grüße
Jess

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