[Uni-Tipps] Das Mysterium BAföG-Antrag

2013 bezogen 665.928 Studenten durchschnittlich 446 Euro BAföG. Doch dieses zu bekommen ist gar nicht so einfach. Gerade beim Erstantrag kann man davon ausgehen, dass man mindestens einen Beleg nicht begelegt hat, weil niemand etwas davon gesagt hat oder nirgendwo auch nur ein Hauch von Information dazu gefunden wurde. Ich kenne das Problem sehr gut. Bei meinem ersten Antrag vor 3 1/2 Jahren zu Beginn meines Bachelorstudiums musste ich nach der Abgabe des Antrags noch zweimal hinlaufen, weil noch einige Bescheinigungen fehlten. Damit euch das nicht auch so geht, fasse ich nun zusammen, was in meinem neuen Erstantrag zu Beginn des Masterstudiums hineinkam. Dazu solltet ihr wissen, dass es kein hundertprozentiger Leitfaden ist, sondern lediglich eine Hilfe, da die BAföG-Ämter durchaus unterschiedlich arbeiten und auch zusätzliche Formulare ausliegen können. Leider darf ich die Formulare nicht selbst zum Download anbieten, daher folgen ab hier Links.

1. Formulare finden
Damit fängt es ja schon an. Woher bekommt man die Formulare, wenn man noch nicht vor Ort wohnt? Dazu gibt es die Seite BAföG (Das ö in der Adresse stimmt wirklich so) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Doch dann muss man erstmal die Formulare finden und wird von der Auflistung aller 8 Formblätter erschlagen. Daher empfehle ich euch den Antragsassistenten. Schritt für Schritt muss man quasi nur ja und nein beantworten und bekommt dann die relevanten Formulare angezeigt, die man sich dann herunterladen kann.

2. Formulare ausfüllen
Wer die Formulare auf dem Computer hat, hat schon eine erste Hürde bewältigt. Sehr dankbar ist es, dass man die Möglichkeit hat, diese dann auch direkt am PC auszufüllen, wenn man Acrobat Reader installiert hat. Das empfehle ich euch sowieso, da die Formulare nur im PDF Format vorliegen. Ihr füllt nun einmal Formular 1 plus Anlage 1 zu Formular 1 aus. Es ist weniger, als es aussieht, da man als Student einiges einfach ausparen kann. Dann kommt Formular 2, das von der Uni auszufüllen ist. Dieses könnt ihr durch die entsprechende Immatrikulationsbescheinigung ersetzen, wenn die bereits vorhanden ist. Meine Sachbearbeiterin war so freundlich, zu sagen, dass dieser Bescheid nachgereicht werden darf. Zu guter Letzt sind eure Eltern dran. Formular 3 müsst ihr gleich zweimal abgeben. Einmal für eure Mutter einmal für euren Vater (Bitte verzeiht die Verallgemeinerung).

3. Die richtigen Nachweise anfügen
Ab hier folgen die Nachweise, die ich beigefügt habe. Das heißt weder, dass sie vollständig sind, noch dass ihr nicht noch was anderes benötigt.

– Finanzstatus: kann man sich selbst ausdrucken, wenn man Online-Banking macht oder man spaziert einfach zur Bank. Ihr benötigt dies von sämtlichen Geldanlagen. Bei mir reden wir von Konto und Sparbuch. Am besten geht ihr zu eurem Bankberater und sprecht ihn gezielt darauf an. Er sollte wissen von was ihr redet.
– Bescheinigung über Abschluss des Bachelorstudiums (brauchen Erstis des Bachelors natürlich nicht)
– Abiturzeugnis
– sofern erwähnt in Anlage 1 zu Formular 1: Praktikumsnachweise
– Abschlusszeugnis anderer Schulformen falls vorhanden. Ich habe z.B. Realschulabschluss gemacht.
– Einkommensnachweis der Eltern (Meine Mutter gibt mir dazu einfach eine Kopie vom Einkommenssteuernachweis)
– ggf. Schulbescheinigung von Geschwistern (gibt man den nicht ab oder läuft er aus, gibt es mindestens 5 Euro weniger)
– Nachweis der Krankenkasse (Einfach anrufen und fragen. Die wissen, was man will. Bei einigen (z.B. DAK) ist es möglich diese online zu beantragen und man bekommt sie dann etwa 24 Stunden später per Mail)
– ggf. Mietbescheinigung (das gibt es leider nicht online. Das liegt bei den meisten Ämtern einfach aus. Einfach ne Kopie vom Mietvertrag mitnehmen, denn oft genügt das und der Vermieter muss das Formular nicht auch noch unterschreiben.)

Bei den Nachweisen gilt letztlich die Faustregel: Wenn ihr etwas sagt, muss es nachgewiesen werden. Die Zeugnisse etc. kommen z.B. durch Anlage 1 und müssen beim Folgeantrag nach einem Jahr nicht mehr abgegeben werden, denn da muss man nur noch den Finanzstatus, Krankenkassenstatus, das Einkommen der Eltern und die Geschwister nachweisen. Damit habt ihr dann einen Wiederholungsantrag gestellt. Simpel oder? Denkste. Ich habe erst einen vollständigen Wiederholungsantrag gestellt. Der neuste läuft gerade und die Schulbescheinigung meines Bruders fehlt noch, weil die Schulen erst kurz vor Beginn des neuen Schuljahres neue Scheine ausstellen können. Aber davon lasse ich mich nicht beeindrucken.

Ihr seht, eigentlich ist es gar nicht so schwer, doch bei der Fülle der Informationen und Nachweisen, die das Amt haben will, kann man durchaus verzweifeln. ABER: Ihr seid weder die ersten noch die letzten, die einen solchen Antrag ausfüllen müssen und es ist nur beim ersten Mal, wie bereits erwähnt, so aufwendig. Beim Folgeantrag geht es schneller: Versprochen.

Wer jetzt schon im Voraus wissen möchte, wieviel BAföG am Ende auf das Konto überwiesen wird, dem sei der BAföG-Rechner empfohlen. Dieser ist natürlich keine hundertprozentige Sicherheit, aber ihr könnt schon mal eine Tendenz errechnen.

Wir hoffen, ich konnte euch ein wenig helfen und ihr seht: niemand ist alleine mit diesem Problem. Auf einen guten Start in das neue Semester und das Studium. 

Liebe Grüße
Jess

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner