[Diskussion] Ich kaufe bei Primark, du auch?

2015-01-05 18.18.25Hallo Mode-Freakies,

heute kommt ein ganz kontroverses Thema bei mir zur Sprache, nachdem ich gemerkt habe, dass ihr Diskussionen gerne mögt letzten Freitag bei meinem Beitrag zum Thema Handschrift. Das hat mich sehr gefreut und ich dachte: „Hey warum nicht nochmal eine Diskussion los treten?“ Heute setze ich dem Ganzen bloß einen drauf, weil dieses Thema wesentlich heikler ist als die Abschaffung der Handschrift.

Wie ihr schon in der Überschrift lesen konntet, möchte ich euch erklären, warum ich bei Primark Klamotten und was ich sonst so brauche, kaufe. Mir ist bewusst, dass wir bei dieser Kette von Dumpinglöhnen und vielleicht auch nicht tragbaren Arbeitsbedingungen reden. Doch welche Alternative haben wir? Fairtrademode? Wer sagt mir, dass die Sachen länger halten, als die günstigen von Primark? Denn ich habe Klamotten von Primark, die schon mehrere Jahre alt sind und sich tragen wie neu. Super, bei Fairtrade werden alle fair bezahlt und kein Kind hatte die Hand dran. Beweist mir jetzt einer, dass es auch wirklich so ist und nicht ein Stoff aus Indien oder China oder sonst wo her kommt? Abgesehen davon, gibt es da den Kostenfaktor. Es tut mir ja leid, aber ich kann mir einfach keine Jeans für 60 Euro leisten. Auch wenn ich spare, ich werde sie nicht kaufen können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ja ich müsste auch bei 20 Euro ein schlechtes Gewissen haben, aber das Gewissen gegenüber mir selbst ist erstmal stärker, auch wenn das jetzt egoistisch klingen mag. Zumal die Näher/innen auch keine Arbeit hätten, ohne dass wir bei Primark kaufen. Mag sein, dass ich gerade sehr oberflächlich argumentiere. Aber man sollte auch den Standpunkt von Leuten sehen, die sich einfach keine Klamotten kaufen können, die so viel kosten. Mit 400 Euro im Monat geht das einfach nicht, wenn man andere Ausgaben hat. Bei den meisten bleiben da auch keine 5 Euro übrig, die man für eine Hose oder so beiseite legt. Die legt man dann lieber für einen Urlaub oder für den Notfall zur Seite. Denn die Waschmaschine geht dann kaputt, wenn sie es will und nicht wenn der Besitzer gerade das Geld parat hat. Jede Medaille hat zwei Seiten: So auch die kontroverse Primark-Diskussion, die ja auch jetzt nicht neuerfunden wurde von mir. Auch ich werde das Rad nicht neu erfinden. Ihr wisst selbst, dass ich gerne bei Primark kaufe, weil ich es euch bereits mit Hauls gezeigt hab. Dieses Verhalten ändere ich erstmal auch nicht, weil das nötige Kleingeld nicht da ist. Mit Bafög ist das einfach nicht drin. Wenn jemand es kann, gratuliere. Ich nicht. Ja, ich weiß, ich wiederhole mich.

Jetzt seid jedoch ihr dran, ich wollte einfach nur der Diskussion eine Plattform geben und meinen Standpunkt kurz erläutern. Was denkt ihr zu dieser Diskussion? Was haltet ihr von Primark? Schreibt doch einen Kommentar mit eurem Standpunkt

Liebe Grüße
Jess

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6 Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe auf FB schon alles mitgelesen. Ich will da gar nicht viel zu sagen, verstehe jede Seite und lasse jedem das wie er es will. Leider ist immer alles vom Geld abhängig!
    Wie man es macht, es ist so oder so falsch!
    Liebe Grüße Tanja

  2. Also ich habe da eine ähnliche Meinung wie du: Marken, die ihre Mode für drei Mal so viel verkaufen (ich möchte jetzt hier öffentlich niemanden nennen) produzieren oft nicht nur in denselben Ländern, sondern auch noch in denselben Fabriken – selbe Qualität, anderer Preis also. Da bin ich nicht bereit, die vermeidlich „bessere“, nur weil teurere Mode zu kaufen. So ist es doch auch häufig bei Lebensmitteln, die in der selben Fabrik hergestellt werden. Obwohl ich finde, dass Primarksachen schon schneller kaputt gehen als H&M zum Beispiel. Guter Beitrag :)
    Grüße, Iza :)

  3. Aus deinen genannten Gründen hat meine Deutschlehrerin Primark schon als „Sackverein“ bezeichnet. Ich kann sehr gut verstehen, dass man den Laden boykottiert und nicht dort einkauft, aber andererseits denke ich mir auch, dass schlechte Arbeit immer noch besser ist als gar keine Arbeit. Denn egal, wie wenig die Arbeiter verdienen – ohne diesen Job hätten sie vermutlich gar nichts. Außerdem werden die nicht aufhören, die Kleidung zu produzieren, nur weil sie von ein paar Leuten weniger gekauft wird.
    Ich persönlich kaufe nicht bei Primark ein, aber nur, weil die Kleidung nicht meinem Stil entspricht und aus keinem anderen Grund. Sonst würde ich das sicher machen und der Preis ist ein sehr gutes Argument dafür ;)
    Liebe Grüße!

  4. Ich muss zugeben, diese Diskussion nervt mich :D Wieso nicht einfach leben und leben lassen? Aber nunja, ich weiß ja, worauf das Ganze basiert und von daher: Ich kaufe bei Primark, ja, und mich nervt es, dass wir in Aachen (noch?) keinen haben! Aber mal ehrlich, ob ich meine Kleidung bei Primark für 3€ oder bei H&M für 10€ kaufe (für die selben Schuhe z.B. wohlgemerkt) macht jetzt Ethisch-gesehen keinen großen Unterschied, da beide Läden in den selben Produktionsfirmen herstellen. In der anderen Diskussion geht es ja um die Wegwerf-Tendenzen. Sehe ich nicht so. Ich habe gelernt gut mit meinen Sachen umzugehen. Klar habe ich Kleider, die ich noch kaum getragen habe, liegt aber daran, dass ich sie nur zu speziellen Anlässen trage. Ich würde nie Kleidung einfach so wegwerfen, außer sie ist kaputt. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dsas es egal sit, wo ich kaufe, die teure Jeans kann genauso schnell kaputt gehen wie die 8€ Jeans von Primark. Wenn mir die Kleidung nicht mehr gefällt, verkaufe oder tausche ich sie eben bei Kleiderkreisel, ganz einfach. Wenn andere Leute es anders handhaben, dann haben sie eben die falsche Erziehung genossen. Sorry, aber isso. Meine Mutter hat mir beigebracht, all das, was ich habe, wertzuschätzen und nicht einfach in die Tonne zu kloppen.
    So :D Und nun erst einmal danke für deinen Kommentar! Ich habe selber Tafellack zuhause, aber ich denke für eine „schnelle Anleitung“ eignet sich die Folie dann wesentlich besser (; Aber danke für den Tipp!

    Liebe Grüße,
    Jenny
    http://imaginary-lights.net

  5. Ich bin bei Primark ehrlich gesagt zwiespaltig, was aber daran liegt, dass ich eben nicht nur gute Erfahrung gemacht habe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr darauf ankommt WAS man kauft. Beispielsweise habe ich vor längerem eine schwarze Jeans gekauft für 10€. Sehr bequem und wunderschön. Heute trägt sie sich noch genau so gut, allerdings ist die Farbe mittlerweile eher ein grau-grün. so gings mir bei vielen Artikeln. Die Verarbeitung des Stoffes war für den Preis super. Hosen, Pulover haben sich bei mir nie verzogen und sind auch nicht schneller kaputt gegangen als Markenkleidung. Das einzige was ich eben bemängeln muss ist die Farbe und vor allem der Geruch der Kleidung beim Kauf, der erst nach mehrmaligem Waschen verschwindet.
    Letztendlich kommt es halt drauf an WAS man kauft. Basics und schlichte Sachen haben ein spitzen Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei Schuhen würde ich da schon vorsichtiger sein, denn es kann schon vor kommen, dass man nach wenigen Wochen die Sohle verliert. ;-)
    Soviel zur Qualität der Sachen.

    Was die Preise angeht, da sehe ich es ähnlich. Klar, Fairtrade ist bei dem Preis nicht drin. Aber man sollte immer bedenken wie es wäre, würden sich solche großen Unternehmen nicht in Billiglohnländern ansiedeln. Dort herrscht kein Arbeitsmarkt wie bei uns und die Leute sind froh überhaupt ihre Familien einigermaßen versorgen zu können. Ohne diese Arbeitgeber würden viele überhaupt keine Einkunft haben. Natürlich ist es schlimm, dass diese Leute sieben Tage die Woche arbeiten unter schlimmen Bedingungen, doch immer noch besser als die Arbeitslosigkeit. Würde jedes Unternehmen auf Fairtrade achten, so würden viele aus unserer Gesellschaft halbnackt rum rennen. Jedes Unternehmen betreibt letztendlich einen Wettbewerb.

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