Der Eurovision Songcontest oder ein kurzes Intermezzo

Jedes Jahr im Mai findet der Eurovision Song Contest (früher: Grand Prix Eurovision de la Chanson) statt. Gastgeber ist immer das Land, das im Vorjahr gewonnen hat. So war es in diesem Jahr die Ukraine. In Kiew fanden sich zum Finale 26 Künstler ein, die unter dem Motto „Celebrate Diversity“ (deutsch: Vielfalt feiern) gemeinsam den ESC vollzogen. Für mich war es seit 2011 nur noch sporadische Erinnerungen, weil ich den Contest nicht mehr wirklich mitverfolgt habe nachdem Sieg unserer Lena. Wie ich es dieses Jahr empfunden habe, und wie sehr sich meine Tipps von dem Endergebnis unterschieden, möchte ich euch nun berichten.

Wenn ich ehrlich bin, konnte ich mich am Samstag nicht einmal mehr erinnern, dass im letzten Jahr Jamie-Lee letzte geworden ist. Ich war felsenfest der Überzeugung, die Misere von Ann-Sophie war im letzten Jahr. Doch ich hatte mich schwerwiegend geirrt. Eines weiß ich jedoch ziemlich sicher: Die Beiträge aus Deutschland sind nach Lena meist nur noch Klone aus dem Vorjahr. Irgendwie ist es in Deutschland noch nicht angekommen. Seien es die Charaktere oder die Musikauswahl. Zufall? Ok lassen wir das einfach mal so stehen.

Allgemein fand ich, die Beiträge in diesem Jahr sehr durchwachsen. Ein paar fielen etwas aus dem Rahmen. Moldawien zum Beispiel gefiel mir sehr gut oder auch die ukrainische Band О.Торвальд und der Beitrag aus Kroatien waren sehr gut. Aber meine Meinung interessiert nicht.
Die Punkte setzen sich seit diesem Jahr aus zwei Faktoren zusammen. Zum einen haben die Jurys einzelner Länder wie immer 1 – 12 Punkte verteilt. Früher wurden da auch die Anrufe der Zuschauer mitverrechnet. Seit letzten Jahr ist es wohl so, dass die Punkte der Zuschauer nochmal extra gegeben werden. So kann man von einem Land bis zu 24 Punkte bekommen. Die Zuschauerpunkte gibts am Ende einfach als Gesamtsumme oben drauf, auf die Jurypunkte. Dass ich das irgendwie merkwürdig finde, muss ich nicht erklären oder?

Während des Contests hatte ich Kontakt mit mehreren anderen, die auch zu schauten. Unsere Meinungen waren ähnlich und am Ende hatte jeder seine Favoriten. Portugal gehörte bei den wenigsten dazu. Hier mein Ranking und das Ergebnis im Vergleich:

Ein paar Plätze sind identisch, andere unterscheiden sich um einen Rang, aber ein paar sind meilenweit voneinander entfernt, als hätte ich etwas anderes gehört als alle anderen in Europa.
Was sich nicht geändert hat, ist die Punktevergabe zwischen einzelnen Ländern. Mal ehrlich: Wundert es uns, dass sich Griechenland und Zypern jeweils 12 Punkte zuschieben? Oder dass die skandinavischen Staaten sich immer recht viele Punkte gegenseitig geben? Ich sehe das eher als eine Art Vetternwirtschaft. Tut mir leid, wenn ich so ehrlich bin. Aber auch unser Kommentartor Peter Urban, den ich sehr schätze, lässt seine Meinung diesbezüglich nicht hinterm Berg. Er sieht das ähnlich und mit entsprechenden Kommentaren, hat er auch seinen Unmut möglichst diplomatisch am Samstag kundgetan.

Wie seht ihr das? Wie habt ihr den ESC letztes Wochenende erlebt?

Liebe Grüße
Jess

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1 Kommentar

  1. Hey ho,
    ich finde es super, dass du auch über den diesjährigen ESC berichtest. An unseren Auftritt im letzten Jahr kann ich mich noch sehr gut erinnern. ich habe mich zwar gefreut, dass wir von Jamie-Lee vertreten wurden, mit dem Lied war ich aber überhaupt nicht zufrieden. Also im Grunde war es ähnlich, wie in diesem Jahr.
    Den Beitrag von Portugal fand ich ganz schön. Deswegen hat es mir auch im Vergleich nicht so viel ausgemacht, dass Deutschland nicht ganz vorne mitgemischt hat. Einfach, weil ich Portugal den Sieg gegönnt habe. Naviband fand ich ganz unterhaltsam. Interessant war auch, dass mir eine Freundin aus Russland erzählte, dass weißrussisch nicht viel mit russisch zu tun habe und sie kaum etwas von dem Beitrag verstanden habe.
    Das neue Voting Verfahren ging mir im letzten Jahr echt eine Nummer zu schnell. Dieses Jahr kam ich zwar etwas besser mit, dennoch finde ich die Jury Punkte etwas überflüssig. Zumal in unserer Jury auch einfach Leute saßen, die mit dem ESC absolut nichts am Hut haben und wahrscheinlich nur zur Gruppe gehörten, weil sie in Deutschland gerade musikalisch gefragt sind.
    Während ich im letzten Jahr noch frustriert über unseren Vorentscheid war, denke ich mir, dass der NDR es 2018 sowieso wieder so machen wird, wie er will…
    viele Grüße
    Emma

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